Lüdenscheid. 04.10.2018 in der mit 1246 Schülerinnen und Schülern größten Schule Lüdenscheids. Frank Bisterfeld, Schulleiter der Städt. Adolf-Reichwein-Gesamtschule Lüdenscheid, lädt zum 2. Gesamtschulforum ein. Frank Bisterfeld begibt sich zum Rednerpult, ein Mikrofon, ein Glas Wasser, im Raum das gedimmte Licht der Leuchtstoffröhren. Mehr als das braucht Frank Bisterfeld nicht, um von Beginn an mit entschlossener Stimme, das Publikum in der restlos gefüllten Mensa einzufangen.

Er beginnt mit der Vorstellung der Diskussionsteilnehmer aus Schulleitung, Lehrer-, Schüler- und Elternschaft, Kommunalverwaltung sowie Politik, gab einen kurzen Überblick über den geplanten Verlauf des Abends und führte gemeinsam mit dem Stellvertretenden Schulleiter Dr. Egbert Koch durch die Veranstaltung. Eröffnet wurde das Diskussionsformat durch ein Kurzreferat des Didaktischen Leiters Markus Ignatzek zur Schulform der Gesamtschule, Frau Kirsten Michalzik (Abteilungsleitung I) zeigte auf, dass neue Medien, der Wandel der Familienform und Wertepluralismus zu gesellschaftlichen Veränderungen in der heutigen Zeit führen und somit zu heterogenen Lerngruppen, in denen dem Erziehungsauftrag, Mehrsprachigkeit und Inklusion eine immer größere Bedeutung zukommt. Frank Bisterfeld präsentierte Fakten, die für sich sprechen: Die Städt. Adolf-Reichwein-Gesamtschule existiert seit 31 Jahren, guter Ruf über die Stadtgrenzen hinaus, 1246 Schülerinnen und Schüler, über 48 integrierte Seiteneinsteiger, überdurchschnittlich steigende Anmeldezahlen, allein 195 Neuanmeldungen für das Schuljahr 2018/19, viele Absolventen mit Fachoberschulreife, ein Großteil mit zusätzlicher Qualifikation zum Besuch der Gymnasialen Oberstufe und Abiturienten, von denen lediglich 2% nach der Grundschule eine Gymnasialempfehlung attestiert wurde. Im Widerspruch dazu stehen bauliche und räumliche Mängel, der Renovierungsstau seit den 1990er Jahren, unangenehme Arbeitsbedingungen für Schüler und Lehrer u.a. defektes Mobiliar, untragbare Temperaturen von bis zu 40°C im Sommer und Kälte im Winter sowie eine nicht existente Digitalisierung. Aufmerksam und interessiert lauschen die Zuschauer den drei Kurzreferaten, denn die Inhalte betreffen alle.In der anschließenden fairen Diskussionsrunde sind sich das Kollegium sowie die Schüler- und Elternschaft einig, gefordert wird die Behebung der baulichen Mängel, zusätzliche Klassen-, Fach- und Differenzierungsräume, Breitbandanschluss für schnelles Internet, WLAN, eine zeitgemäße mediale und materielle Ausstattung, um schülerorientieren Unterricht machen zu können, bei dem gemäß des Namensgebers Adolf Reichwein, jedes Kind nach seinem eigenen Rhythmus wachsen kann.Vor allem Jens Voss (SPD) und Michael Thomas-Lienkämper (Die Linke) erkennen den Handlungsbedarf. Am Ende des 2. Gesamtschulforums ist klar, dass alle Beteiligten durchaus gesprächsbereit sind, ob es ein Erfolg war, hängt davon ab, wann und in welchem Ausmaß die Mängel behoben werden und das entscheidet die Stadtverwaltung in der nächsten Haushaltplanberatung. Ein konkreter Zeitraum zur Durchführung der Maßnahmen wurde seitens der Politik oder Kommunalverwaltung nicht benannt. Festzuhalten bleibt, dass eine optimale Förderung, die zu guten Abschlüssen führt, einer finanziellen Unterstützung durch den Schulträger bedarf.

 

Zum Seitenanfang