Am Ende des Schuljahres begaben sich die Schülerinnen und Schüler der Grund- und Leistungskurse Geographie gemeinsam mit ihren Fachlehrern Frau Belka, Herr Hopff und Frau Zelmanski auf eine zweitägige Stadtexkursion in die Hansestadt Hamburg. Ziele und Maßnahmen nachhaltiger Stadtentwicklung und Waterfront Development wurden zuvor im Unterricht theoretisch erarbeitet.

Nun sollten diese vor Ort an Europas größtem Stadtentwicklungsprojekt, der HafenCity Hamburg, überprüft werden.

Ein Stadtplaner führte die Schülerinnen und Schüler durch den auf einer Fläche von 157 ha neu entstehenden Stadtteil, der auf ehemaligem Hafengelände umgesetzt wird. Der multifunktionale Charakter wird durch die geplanten 6000 Wohnungen für 12.000 Einwohner, Dienstleistungsflächen mit mehr als 45.000 Arbeitsplätzen, zahlreichen Freizeit- und Kultureinrichtungen und einer Universität deutlich. Besonders gefiel den Schülerinnen und Schülern eine Grundschule, auf dessen Dach sich der Schulhof befand.


Die Gebäude weisen durch innovative Wärmeenergiekonzepte hohe Nachhaltigkeitsstandards auf. Der weitverbreitete Vorwurf, dass in der HafenCity nur Reiche und Superreiche leben können, konnte durch den Stadtplaner zum Teil widerlegt werden. Wohnprojekte von Genossenschaften bieten auch in der Hafen City bezahlbaren Wohnraum an. Bürgerbeteiligung wird bei der Planung großgeschrieben. Ein Spielplatz, das Ergebnis eines Ideenwettbewerbs, stieß selbst bei den Oberstufenschülerinnen und -schülern auf große Begeisterung.

Attraktive Wege für Fußgänger und Radfahrer sowie wasserstoffbasierter Busverkehr sind Bestandteile eines hocheffizienten Mobilitätskonzeptes.

Trotz aller Nachhaltigkeitsstandards wirkte der Stadtteil auf die Schülerinnen und Schüler insgesamt noch nicht so frequentiert wie zuvor gedacht.

Das Gegenteil moderner Stadtplanung erlebten die Schülerinnen und Schüler abends bei einer Spurensuche im Schanzenviertel. Dieses gründerzeitliche Altbauviertel befindet sich in einem Aufwertungsprozess, der sogenannten „Gentrifizierung". Im Zentrum dieses multikulturellen Szeneviertels befindet sich das seit 1988 besetzte, ehemalige Flora-Theater, heute als Rote Flora bekannt, das zuletzt in den Medien als Keimzelle der G20-Widerstands dargestellt wurde. Nur einen Tag nach den Randalen ließen beschädigte Scheiben und Bankautomaten nur noch erahnen wie es 24 Stunden zuvor ausgesehen haben muss.

Die obligatorischen Sehenswürdigkeiten wie Hamburger Michel, Fischmarkt, Reeperbahn und Hafen rundeten das anspruchsvolle geographische Exkursionsprogramm ab.

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