Die Geographie-Kurse der Oberstufe der Adolf-Reichwein-Gesamtschule erkundeten mit ihren Lehrerinnen und Lehrern vom 09. bis zum 10. Juli zwei Tage lange die Hansestadt an der Elbe.

Am ersten Tag untersuchten sie zunächst die Gesamtstadt und gingen dann im Schanzenviertel, rund um die legendäre Rote Flora, per pedes auf Spurensuche. Ziel war es vor Ort Merkmale des voranschreitenden Gentrifizierungsprozesses zu erkennen und zu erklären.

Das Schanzenviertel war früher ein verarmtes, heruntergekommenes Altbauviertel, dessen Abriss teilweise geplant war und heute als Szeneviertel in Hamburg gilt. Die Schülerinnen und Schüler erkannten schnell, dass dieses Viertel heute besonders bei jungen Erwachsenen ein sehr beliebtes Wohnquartier ist, wegen seiner alternativen Kultur, was auch auf die multikulturelle Bevölkerung zurückzuführen ist. Im Zentrum sind im Spannungsfeld zwischen luxussanierten Altbauten und Bauruinen viele Bars, Restaurants, ausländische Kleinunternehmer, Modeboutiquen und die dazugehörige Kundschaft vorzufinden, die das lebendige Straßenbild prägen. Am Abend analysierten die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen mit besonderem Engagement das soziokulturelle Potential Hamburgs, dessen Exkursionsziele von ihnen am Vortag intensiv vorbereitet wurden.

Am zweiten Tag bekamen die angehenden Geographen beim Grünen Landgang unter Führung zweier Stadtplaner Einblicke in die HafenCity. Auf einer Fläche von mehr als 200 Fußballfeldern entsteht hier seit 20 Jahren das größte innerstädtische Entwicklungsgebiet Europas. Ziel war es Einblicke in die Umsetzung einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu gewinnen. Auch der Hochwasserschutz sowohl gegen den normalen Tidenhub von stolzen 3,60m als auch gegen Sturmfluten angesichts des Klimawandels stieß auf großes Interesse. 

Die umstrittene Frage nach einer gelungenen sozialen Durchmischung in der HafenCity als eine Säule der Nachhaltigkeit wurde besonders kontrovers diskutiert. Auch die Beurteilung der Gesamtkonzeption der preisgekrönten Architektur fiel bei den jungen Geographen aus dem eher ländlichen Raum sehr unterschiedlich aus. Es ergab sich eine anregende Diskussion.

Abschließend gingen die Bergstädter auf große Hafenrundfahrt auf einer Barkasse, bei der u.a. die Yacht von Paul Allen, dem Mitbegründer von Microsoft, die mit 126m Länge die zwölftgrößte Yacht der Welt ist, neben Containerschiffen und einem U-Boot zu bewundern war.

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